Willkommen auf dem Infoportal der DGS zu Stecker-Solar-Geräten.

Die Geräte haben viele technische Namen: Mini Solar Anlage, micro Solar Anlage, plug in Solar Anlage, mini Solar Generator, plug in Solar Gerät, plugin PV Anlage, plug in Solar Generator, mikro Solar Generator, plug in PV Gerät, micro Solar Modul. Umgangssprachlich heißen sie auch Balkon-Solaranlage, Guerilla-PV oder Balkonmodul. Gemeint sind Stecker-Solar-Geräte mit einer Leistung unter 600 Watt, die einfach an die Steckdose angeschlossen werden können.

Das Potential ist riesig, die Anwendung denkbar einfach: Stecker-Solar-Geräte, die über einen eigenen Wechselrichter verfügen, können mit einem Schukostecker direkt in das häusliche Stromnetz einspeisen. Der Stromzähler läuft dann langsamer. Das ist oft die einzige Möglichkeit für Mieter und Wohnungseigentümer, die außer ihrem Balkon keine eigenen Flächen haben, an der Energiewende teilzunehmen. Doch die Einspeisung über den Schukostecker ist bisher nicht genormt. Viele Netzbetreiber beantworten daher die Anmeldung mit falschen Aussagen und Drohungen.

Aktueller Normentwurf schafft weitere Barrieren für kleine Stecker-Solar-Geräte

Eine Normänderung, die einen einfachen und sicheren Zugang der Geräte zum häuslichen Stromnetz regelt, könnte den Anlagen und damit dem Zubau Erneuerbarer Energien einen gewaltigen Schub geben. Doch der Entwurf, den das zuständige DKE-Gremium für die Norm DIN VDE 0100-551 vorgelegt hat, geht in die falsche Richtung: Wenn der Normentwurf unverändert gültig wird, ist zukünftig ein eigener Einspeisestromkreis vorgeschrieben, die Inbetriebnahme Stecker-Solar-Geräten damit erheblich erschwert. Dabei ist ein eigener Stromkreis für ein kleines Solar-Gerät unnötig, ein Blick in die Norm für Elektroinstallationen zeigt: Es gibt Reserven, die sicher für die Einspeisung genutzt werden können.

Orientierung an Europäischer Norm wäre sinnvoll

Genau so regelt es die europäische Normung. Daran orientieren sich auch bereits seit Jahren die Niederlande. Dort gibt es eine Bagatellgrenze von 500W/2,25A für die Einspeisung von PV-Strom in Endstromkreise . 200.000 Niederländer haben sich selbst kleine Anlagen installiert, ohne dass es zu Zwischenfällen gekommen wäre. Auch in Österreich (600 VA) und in der Schweiz (600W/2,6A) gibt es solche vereinfachten Regelungen für die Einspeisung aus kleinen dezentralen Anlagen. Bürokratieabbau und sachgerechte Sicherheitsregeln schaffen hier ein neues Potential für den Zubau Erneuerbarer Energien. Wenn die DKE, abweichend von der europäischen Normung, einen eigenen Einspeisestromkreis für die Geräte vorschreiben will, stellt dies eine in Europa einzigartige Hürde für den einfachen Betrieb kleiner Solar-Geräte dar.

Daher fordert die DGS verbraucherfreundliche, juristisch und sachlich angemessene Regeln für Stecker Solar Geräte.

  • Eine Bagatellgrenze für den Anschluss von Stecker-Solar-Geräten durch den Nutzer
  • Keine Meldepflicht für Anlagen bis 800 Watt gemäß EU Netzkodex 2016/631
  • Eine rationale Risikowahrnehmung wie in der Schweiz, den Niederlanden und Österreich, um auch hierzulande die Möglichkeit zu bieten, sichere Stecker-Solar-Geräte ohne zusätzlichen Aufwand in Betrieb nehmen zu können
  • Ein klares Bekenntnis der Netzbetreiber und der Politik zur dezentralen Stromerzeugung und zum Abbau bestehender normativer Hürden für Bürger, die regenerative Stromerzeugungseinrichtungen betreiben (Prosumer)

Eine ausführliche Begründung unserer Forderungen finden Sie in unserem Positionspapier.

Bringt die Energiewende in die Städte!